
Michael Hirschbichler
Michael Hirschbichler's Kunst entfaltet sich transdisziplinär an der Schnittstellen von Kunst, Architektur und Anthropologie. Im Zentrum seiner Praxis steht die Frage, wie räumliche Ordnungen Weltbilder hervorbringen: wie sich Erinnerungen, Mythen, Ideologien und Zukunftsentwürfe in Landschaften, Gebäuden und Infrastrukturen materialisieren und wie diese Umwelten umgekehrt Wahrnehmung, soziale Beziehungen und Formen des Bewohnens prägen. Hirschbichler fasst diese Untersuchung unter dem Begriff der räumlichen Kosmologie zusammen: als eine Analyse jener konkreten und imaginären Kräfte, durch die Räume zu Trägern von Geschichte, Macht und Möglichkeiten werden.
Seine Arbeiten entstehen aus einer unmittelbaren Auseinandersetzung mit spezifischen Orten und ihren Stoffen. Im Verfahren der von ihm so bezeichneten "dirty work" werden Rohöl, Salpeter, Bergbaurückstände, Kupfer, zermahlene Gebäudesubstanz, Erde, Schlamm oder Wasser nicht illustriert, sondern zu aktiven Mitautoren des Werks. Sie färben, korrodieren, sedimentieren und verändern dessen Oberfläche. Feldforschung, Spurensuche, Sammlung und materielle Transformation bilden dabei keine vorbereitenden Schritte, sondern den Kern einer Praxis, in der Orte buchstäblich in das Bild, die Skulptur oder die Installation eingehen.
Hirschbichler arbeitet mit Malerei, Zeichnung, Installation, Skulptur, Fotografie, Druck, Film, Klang und Text. Seine Pläne, Bilder und räumlichen Anordnungen sind weder Dokumentation noch bloße Spekulation. Sie verdichten geografisch und zeitlich voneinander getrennte Konstellationen zu lesbaren Bildern einer menschengemachten Umwelt, in der Extraktion, Zerstörung, Glaube, Wissenschaft und Begehren unauflöslich ineinandergreifen. Dabei stellt seine Arbeit die nüchterne, dringliche Frage: Welche Welt erzeugen die Räume, die wir bauen, bewohnen und hinterlassen?
Hirschbichlers Arbeiten wurden unter anderem im Kunstmuseum Wolfsburg, im Martin-Gropius-Bau, Berlin, im Het Nieuwe Instituut, Rotterdam, sowie in der Villa Medici, Rom, gezeigt. Er studierte Architektur an der ETH Zürich und Philosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin; seine Promotion zu mythischen Konstruktionen entstand an der Universität der Künste Berlin. Forschungs- und Lehrtätigkeiten führten ihn an die TU Delft, Goldsmiths, die Aarhus University sowie als Gastprofessor an die Akademie der bildenden Künste Wien. Er ist Professor für Experimentelles Gestalten und Gründer sowie Direktor des Center for Spatial Cosmology an der HafenCity Universität Hamburg.

Ausstellungen bei HELDENREIZER
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2025 - The Moon is no door, 4. April – 3. Mai 2025 in München
Weitere Ausstellungen (Auswahl)
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2026 — BLACK SUN. Oil and Contemporary Art, kuratiert von Caroline Courrioux, Madeleine de Colnet und Morad Montazami, Villa Medici, Rom, Italien
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2026 — Red River, Kunstraum Leuphana Universität, Lüneburg
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2026 — Vergläserung, Johanniterkirche Feldkirch, Österreich
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2025 — PHOTO BASEL Art Fair, Moos Fine Art, Basel, Schweiz
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2025 — Zwischenwelten, Moos fine art gallery, Zürich, Schweiz
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2025 — The Moon is no door, Heldenreizer, München
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2025 — To be with our mountain eyes, kuratiert by Adriana Domínguez und Frédéric Bron, La Cápsula, Zürich, Schweiz
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2024 — Territorial Textures, Atelier Zobel, Zürich, Schweiz
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2024 — Stained and storied, TU Delft, Niederlande
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2024 — Pläne/Plans, Kunstraum Engländerbau, Vaduz, Liechtenstein
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2023 — Weaving worlds, Het Nieuwe Instituut, Rotterdam, Niederlande
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2022 — Power! Light!, Kunstmuseum Wolfsburg
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2021 — SACO - Contemporary Art Biennial, Antofagasta, Chile
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2021 — Oil: Beauty and Horror in the Petrol Age, Kunstmuseum Wolfsburg
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2021 — Michael Hirschbichler: Drei Jahre Herbst, Galerie Karin Sachs, München






